EuGH-Urteil April 2026: Spieler können Verluste bei illegalen Online-Casinos zurückfordern

Wie aktuell mehrere Medien berichten, hat der Europäische Gerichtshof am 16. April 2026 ein wegweisendes Urteil gesprochen: Wer zwischen 2019 und Mitte 2021 bei Online-Casinos ohne gültige nationale Lizenz gespielt und Geld verloren hat, kann dieses möglicherweise zurückfordern – auch wenn der Anbieter im EU-Ausland lizenziert war. Was war der Anlass? Ausgangspunkt war der Fall eines deutschen Spielers, der zwischen 2019 und 2021 bei zwei maltesischen Online-Casinos Geld verloren hatte. Online-Glücksspiel war in Deutschland in dieser Zeit generell verboten – viele Verbraucher spielten dennoch auf Plattformen mit ausländischer Lizenz, häufig aus Malta. Der Spieler forderte seine Verluste zurück, das zuständige maltesische Gericht legte dem EuGH daraufhin mehrere Fragen vor. Was hat der EuGH entschieden? Der EuGH stellte klar, dass EU-Staaten ihren Online-Glücksspielmarkt frei regulieren dürfen und ein nationales Verbot nicht gegen die europäische Dienstleistungsfreiheit verstößt, solange es dem Verbraucherschutz oder der Bekämpfung von Schwarzmärkten dient. Eine Lizenz aus einem anderen EU-Land – etwa eine maltesische MGA-Lizenz – berechtigt Anbieter demnach nicht dazu, in allen anderen Mitgliedstaaten legal zu operieren. Das Argument der Anbieter, Spieler hätten durch die wissentliche Nutzung ausländischer Plattformen ihr Klagerecht verwirkt, ließ der EuGH nicht gelten. Die bloße Teilnahme an einem Spiel reiche nicht aus, um Rechtsmissbrauch anzunehmen. Was bedeutet das für Betroffene? Das Urteil stärkt die Position der Kläger erheblich – und die Zahl der Verfahren könnte laut Fachleuten noch weiter steigen. Wer in den Jahren 2019 bis 2021 auf solchen Plattformen gespielt und Geld verloren hat, sollte prüfen, ob eine Klage in Frage kommt. Auf Glücksspielrecht spezialisierte Anwälte können dabei eine erste Einschätzung geben.