Wie aktuell mehrere Schweizer Medien berichten, hat die Schweiz ihre Sperrliste für nicht lizenzierte Online-Glücksspielangebote erneut erweitert. Mittlerweile sind 2.944 Domains gesperrt – ein deutliches Signal der Behörden: Auf dem Schweizer Markt sollen ausschließlich nach nationalem Recht lizenzierte Anbieter tätig sein dürfen.

Wie die Schweiz die Sperren durchsetzt

Die Umsetzung erfolgt technisch über eine verpflichtende DNS-Blockierung durch Internetdienstanbieter (ISP).

Konkret bedeutet das: Gibt ein Nutzer in der Schweiz die Webadresse einer gesperrten Glücksspielseite ein, wird die Anfrage vom jeweiligen Internetanbieter abgefangen. Anstelle der gewünschten Seite erscheint eine offizielle Regierungsseite mit dem Hinweis, dass das Angebot in der Schweiz nicht zugelassen ist.

Diese Maßnahme ist für alle Schweizer ISPs verpflichtend. Ziel ist es, den Zugang zu illegalen oder nicht konzessionierten Glücksspielangeboten zu beschränken.

Zwar versuchen einige Nutzer, die Sperren über VPN-Dienste zu umgehen. Dennoch setzen die Schweizer Behörden weiterhin primär auf DNS-Blockaden als zentrales Durchsetzungsinstrument. Bemerkenswert ist dabei: Das höchste Gericht der Schweiz hat die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens nach nationalem Recht ausdrücklich bestätigt.

Ein kontrollierter nationaler Glücksspielmarkt

Online-Casino-Dienste dürfen ausschließlich von in der Schweiz lizenzierten Betreibern angeboten werden. Die Durchsetzungsmaßnahmen – darunter die laufende Aktualisierung der Sperrliste und die ISP-Blockierungen – sind Teil einer umfassenden Strategie, um unbefugte Anbieter vom Schweizer Markt fernzuhalten und so die Spieler zu schützen.

Das Ziel ist eindeutig: Verbraucherschutz, Marktintegrität und die Sicherstellung, dass Glücksspielumsätze innerhalb des regulierten Systems bleiben.

Könnte Österreich davon lernen?

Im Vergleich dazu wird in Österreich regelmäßig über die Effektivität von Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Online-Anbieter diskutiert. Die Schweizer Vorgehensweise zeigt, dass eine konsequente, rechtlich abgesicherte und technisch umgesetzte Sperrpraxis möglich ist – inklusive gerichtlicher Bestätigung.

Für Österreich könnte das Schweizer Modell daher als Orientierung dienen – insbesondere, wenn es darum geht, einen national regulierten Markt wirksam vor unbefugten Anbietern zu schützen und bestehende Regelungen konsequenter umzusetzen.